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Wir kfd-Frauen engagieren uns für gerechte, gewaltfreie Lebens-
und Arbeitsbedingungen in der Einen Welt.

Engagement für faire Lieferketten

Die kfd setzt sich für faire Lieferketten ein. Dies ist nicht nur Teil der Bilanzierung im Rahmen der Gemeinwohl-Ökonomie, sondern Selbstverständnis des Verbandes.

Bei der Produktion fast aller Waren, die wir kaufen und benutzen sind zahlreiche Fertigungsschritte notwendig, die Unternehmen auf der ganzen Welt erledigen. Sozial- sowie Umweltstandards und Verbote von Zwangs- und Kinderarbeit spielen dabei oft keine Rolle. Fast 80 Millionen Kinder arbeiten weltweit unter ausbeuterischen Bedingungen: in Textilfabriken, Steinbrüchen oder auf Kaffeeplantagen.

Erfolgreich beschlossen: Das Lieferkettengesetz

Immer mehr Organisationen aus den Bereichen Menschenrechte, Umwelt, Entwicklungszusammenarbeit sowie Gewerkschaft und Kirchen schlossen sich 2019 in der „Initiative Lieferkettengesetz“ zusammen und forderten von der Bundesregierung ein Gesetz, das Unternehmen dazu verpflichtet, in ihrer gesamten Lieferkette Menschenrechte einzuhalten. Auch bei der kfd-Diözesanversammlung im November 2019 informierte die kfd hierzu und rief zur Unterschriftensammlung auf.

Die gemeinsamen Bemühungen waren erfolgreich. Der Bundestag hat am 11. Juni 2021 ein Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz beschlossen. Dieses legt Kriterien für die Einhaltung grundlegender Menschenrechte, insbesondere Kinderarbeit, aber auch Umweltstandards für Unternehmen fest. Das Gesetz hat noch viele Schwachstellen, wie Kritiker*innen betonen. Es gilt in der jetzigen Fassung nur für wenige Unternehmen. Hier fordert die kfd Nachbesserungen!
Weitere Infos: www.initiativelieferkettengesetz.de

Fairer Handel für mehr Gerechtigkeit

Ziele und Produkte

Die katholische und die evangelische Kirche unterstützen und fördern die Idee des fairen Handels von Beginn an. Der kfd-Bundesverband ist seit dem Gründungsjahr 1992 Mitglied bei TransFair e.V., dem Trägerverein von Fairtrade Deutschland.

Ungerechte Weltwirtschaftsstrukturen verdammen viele Menschen zu einem Leben in Armut. Ziel eines fairen Handels ist, dass Menschen mit ihrer Arbeit mindestens so viel verdienen, wie sie zum Leben brauchen. Der faire Handel unterstützt besonders Kooperativen und Kleinbäuer*innen.  

Partnerschaftliche direkte Beziehungen zwischen Handel und Produzent*innen sowie ein garantierter und von den Welthandelspreisen unabhängiger Mindestpreis ermöglichen langfristig verlässliche Einkommen. Oft zahlen Kooperativen den Produzent*innen auch eine Prämie, mit der gemeinschaftliche Projekte zur langfristigen Verbesserung der Situation umgesetzt werden können.
Die Einhaltung internationaler Umwelt- und Sozialstandards, Gewerkschaftsfreiheit, das Verbot von Kinder- und Zwangsarbeit, Gleichberechtigung von Frauen und die Vermittlung von Know-How kennzeichnen die Grundsätze des fairen Handels.

Politik mit dem Einkaufskorb

Wir Konsument*innen haben beim Einkaufen die Macht, Einfluss auf die Herstellungsbedingungen der Produkte zu nehmen. Immer mehr Menschen
ist es nicht mehr gleichgültig, unter welchen sozialen und ökologischen Bedingungen produziert wird. Als Folge achten auch immer mehr Firmen auf die Einhaltung von Umwelt- und Sozialstandards.

Fair gehandelte Produkte lassen sich meist am Fairtrade-Siegel erkennen.
Sie werden über Fair-Handelsorganisationen wie GEPA oder El Puente in Naturkost- und Weltläden sowie in Supermärkten und der Gastronomie angeboten.

Fairer Handel ist ...

eine Handelspartnerschaft, die auf Dialog, Transparenz und Respekt beruht und nach mehr Gerechtigkeit im internationalen Handel strebt. Durch bessere Handelsbedingungen und die Sicherung sozialer Rechte für benachteiligte Produzent*innen und Arbeiter*innen – insbesondere in den Ländern des Südens – leistet der Faire Handel einen Beitrag zu nachhaltiger Entwicklung.

Fair-Handels-Organisationen engagieren sich gemeinsam mit Verbraucher*innen für die Unterstützung der Produzent*innen, die Bewusstseinsbildung sowie die Kampagnenarbeit zur Veränderung der Regeln und der Praxis des konventionellen Welthandels.
(Definition der internationalen Dachorganisationen des Fairen Handels FLO e.V., WFTO und EFTA)

Faire Projekte aus der kfd-Geschichte

Blumen - rosige Aussichten

Im Süden wie auch im Norden der Welt sind überwiegend Frauen im Blumensektor beschäftigt:

  • In unseren Blumengeschäften binden und arrangieren fast immer Frauenhände die Blumensträuße und Gestecke.
  • Auch für den kirchlichen Blumenschmuck sind in der Regel Frauen verantwortlich, meist kfd-Frauen.
  • In den Ländern des Südens sind mehrheitlich Frauen in der Blumenproduktion beschäftigt, ca. 70% aller Blumenarbeiter*innen sind weiblich.

Nur noch jede fünfte verkaufte Blume ist in Deutschland gewachsen, fast 80% der Schnittblumen werden importiert. Sie stammen aus weit entfernten Ländern wie Kenia, Kolumbien und Ecuador. Die Produktionsbedingungen für Exportblumen bedeuten für die Beschäftigten in diesen Ländern – mehrheitlich junge Frauen – menschenunwürdige Arbeitsbedingungen: Ungesicherte Arbeitsverhältnisse, unzureichende Löhne, sexuelle Übergriffe, kein Recht auf Organisierung sowie gesundheitliche Schädigungen durch den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln ohne ausreichenden Schutz für die Arbeiter*innen.
Zusätzlich wird auch die Umwelt durch Pflanzenschutzmittel (Pestizide und Fungizide, die in Deutschland oft verboten sind) sowie durch den hohen Wasserverbrauch massiv geschädigt.

Alternative TransFair-Blumen

Blumen mit dem TransFair-Siegel werden nach besseren ökologischen und sozialen Standards produziert. Beim Kauf von Schnittblumen tragen wir als Käufer*innen konkret zur Frauensolidarität sowie zur Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung bei.

In der Kampagne Rosige Aussichten – und die Fairness blüht auf rief der kfd-Diözesanverband Münster dazu auf, beim kirchlichen Blumenschmuck auschliesslich fair gehandelte oder regional produzierte Blumen zu verwenden. Diese Kampagne wurde im zweiten Jahr zusammen mit der Evangelischen Frauenhilfe Westfalen e.V. durchgeführt und stand unter der Schirmherrschaft von Prof. Dr. Rita Süßmuth.
Auf Initiative der kfd forderte auch das Diözesankomitee der Katholiken im Bistum Münster im Rahmen seines Schwerpunktthemas Klima und Gerechtigkeit alle katholischen Einrichtungen im Bistum Münster auf nur noch Schnittblumen zu verwenden, die entweder aus einheimischer/regionaler Produktion stammen oder als Importware nach sozialen und ökologischen Standards produziert wurden. Diese Schnittblumen sind unter dem TransFair-Label im Handel erhältlich.
So schenken Blumen wieder Freude - auch den Produzentinnen!

Kaffee - von der bitteren Bohne zum solidarischen Genuss

Kaffee war das erste fair gehandelte Produkt auf dem deutschen Markt. Vor über 40 Jahren war dieser für die meisten Menschen eine geschmackliche Herausforderung an die Solidarität: Er war ihnen meist zu bitter. Heute gibt es eine Auswahl von mehr als 100 Sorten fair gehandeltem Kaffee. Da ist für jeden Geschmack etwas dabei.

Vor gut 20 Jahren brachte der kfd-Diözesanverband Münster einen kfd-Kaffee auf den Markt, der in passender kfd-Verpackung für Fairness, kontrolliert biologischen Anbau und Geschmack stand und steht.

Der kfd-Bundesverband und andere kfd-Diözesanverbände genießen und verbreiten seitdem diesen eigenen kfd-Kaffee mit besonders gutem Gewissen.
Zu beziehen ist der faire kfd-Kaffee über El Puente ...
Wiederverkäufer*innen erhalten Rabatte!

Kann denn Mode Sünde sein?

Seit 1996 verfolgt die Kampagne für Saubere Kleidung das Ziel, Arbeitsrechte in der globalen Bekleidungsindustrie zu verbessern. Von Beginn an unterstützte der kfd-Diözesanverband Münster dieses Anliegen mit Aktionen, Unterschriftenlisten und Öffentlichkeitsarbeit.

Unsere Kleidung wärmt, schützt und schmückt uns jeden Tag. Spätestens beim verheerenden Einsturz der Nähfabrik Rana Plaza in Bangladesch mit über 1000 Toten wurde deutlich, dass die Produktion von Kleidung ein weltweites Geschäft mit schmutzigen Seiten ist. Produziert wurde in Rana Plaza unter anderem für Marken wie Primark, KIK, Benetton, Gucci, Prada - Firmen, die auch auf dem deutschen Markt präsent sind.

Weltweit wird Kleidung dort produziert, wo es am billigsten ist, d.h. dort, wo die Produktionskosten am niedrigsten sind und den Arbeiter*innen am wenigsten Lohn gezahlt wird, überwiegend in Asien, Lateinamerika, Afrika und Osteuropa. 60 Millionen Frauen arbeiten weltweit in der Textilindustrie, vier von fünf Arbeiter*innen sind weiblich. Die meisten von ihnen sind unter 30 Jahre alt. Als billige Arbeitskräfte sind sie in den Nähfabriken oft auch sexueller Gewalt ausgesetzt. Ein Engagement für ihre Rechte ist für kfd-Frauen ein Ausdruck weltweiter Frauensolidarität.

Durchschnittlich 60 neue Kleidungsstücke kauft jede(r) Deutsche pro Jahr. Die meisten Einkäufe werden von Frauen getätigt. Es ist nicht einfach, Kleidung zu finden, die unter besseren Bedingungen produziert wird. Längst haben Unternehmen reagiert und statten ihre Kleidung mit einer verwirrenden Vielzahl von Labeln aus. Hier hilft ein Blick in den Wegweiser durch das Label-Labyrinth, den die Christliche Initiative Romero e.V. herausgibt.