Absenden

Partnerschaftsprojekt

Partnerschaftsprojekt des kfd-Diözesanverbandes in Kolumbien

Foto: Issel

Proyecto Flores beginnt


Nachdem der Diözesanverband eine Kampagne zum Thema Blumen durchgeführt hatte und dafür geworben hat, sich dafür einzusetzen, beim kirchlichen Blumenschmuck nur faire oder regionale Blumen zu verwenden, folgte ein weiterer Schritt:
Auf der Delegiertenkonferenz des kfd-Diözesanverbandes 2004 beschlossen die Delegierten, eine Projektpartnerschaft mit „Proyecto Flores“ in Kolumbien einzugehen. „Proyecto Flores“ war aus basiskirchlicher Initiative entstanden, um Blumenarbeiterinnen in ihrer alltäglichen schwierigen Situation zu unterstützen.
2006 kam die Soziologin Olga Ortiz, die „Proyecto Flores“ mit gründete, auf Einladung der kfd ins Bistum Münster und informierte auf zahlreichen Veranstaltungen über die Situation der Blumenarbeiterinnen in Kolumbien und über ihre Unterstützungsarbeit.
 
Bei vielen Gesprächen konnten Unterschiede und Ähnlichkeiten festgestellt werden, die sich bei der Arbeit mit Frauen in Kolumbien und in Deutschland ergaben. „Proyecto Flores“ war zu der Zeit genau so wie der Diözesanverband Münster e. V. dabei, sich als eigener Verein mit Satzung etc. eintragen zu lassen. In diesem Zusammenhang änderten die Frauen auch offiziell ihren Namen in „Corporación Trabajo y Acción“, auf Deutsch: Körperschaft Arbeit und Aktion. Mit der Namensänderung sollte deutlich werden, dass ihr Schwerpunkt die Arbeitsbedingungen in Kolumbien sein würden und dass sie hierzu Aktionen durchführen würden.
Ein wichtiger Schwerpunkt ist die Bildungsarbeit. Arbeiterinnen müssen ihre Rechte erst einmal kennen lernen, um sich für die Einhaltung derselben stark machen zu können. Andere Themen sind häusliche Gewalt und die Stellung der Frau in der Gesellschaft. Hierzu werden Seminare und Workshops durchgeführt. Anlässe wie der „Internationale Frauentag“ oder der 1. Mai werden genutzt, um mit Veranstaltungen, aber auch mit  Feiern und Gottesdiensten Frauenrechte ins Bewusstsein der Bevölkerung zu bringen. Außerdem wird den Arbeiterinnen in ihren Auseinandersetzungen juristische Hilfe zur Seite gestellt.

„Proyecto Flores“, bzw. „Corporación Trabajo y Acción“

Im Armenviertel Manablanca, in der Hochebene von Bogotá, nahe der Hauptstadt, leben ca. 10.000 Menschen, von denen knapp die Hälfte in der Blumenindustrie arbeitet.

Hier baute der französische Arbeiterpriester Michel Jeanne zusammen mit der Soziologin Olga Ortiz ein Unterstützungsprojekt für Blumenarbeiterinnen und ihre Familien auf. Sowohl bei privaten als auch bei beruflichen Schwierigkeiten versucht "Proyecto Flores" Lösungsmöglichkeiten zu finden. Dabei wurde eine breite Palette an Aktivitäten entwickelt: Vom Tauschmarkt für Babykleidung über Workshops zu Geschlechterrollen und Sexualität, von Schulungen in Arbeitsrecht bis zu kulturellen Angeboten im Bereich von Tanz und Theater.

Ziel ist immer die Unterstützung der Menschen bei ihren Bemühungen um ein Leben in Würde.
Die Mitarbeiterinnen kennen die vielfältigen Schwierigkeiten der Frauen in den Armenvierteln. Viele Blumenmitarbeiterinnen sind allein erziehende Mütter, deren Verantwortung für ihre Kinder sie schnell erpressbar macht bei Verschlechterung der Arbeitsbedingungen und oft auch sexuellen Übergriffen.

Und weiter geht es…

Eine Reise nach Kolumbien im Februar 2010

Nach zwei Jahren Vorbereitungen startete im Feburar 2010 eine Reise des kfd-Diözesanverbandes nach Kolumbien. Neun Frauen und ein Mann besuchten für zwei Wochen das Land, um die dortige Wirklichkeit kennen zu lernen.
Erster Anlaufpunkt war natürlich Manablanca mit einem Besuch bei „Proyecto Flores“, denn schließlich soll die bestehende Beziehung mit dieser Reise vertieft werden.

Auf dem Programm standen weiter Gespräche und Kontakte mit verschiedenen Organisationen in Bogotá, Medellin und Cartagena. Themen sind die schwierige soziale und politische Situation des Landes, die Rolle von Frauen in Kolumbien, Arbeit und Positionen der Kirche sowie die Menschenrechte.

Alle Teilnehmerinnen der Reise sind bereit, in kfd-Gruppen oder auch in anderen kirchlichen Zusammenhängen, von dieser Reise zu berichten.

Falls Sie Interesse haben, rufen Sie einfach an:
kfd-Diözesanbüro, Tel.: 0251/495-471.

Mehr über die Delegationsreise nach Kolumbien...

Powerpoint-Präsentation Urbane Landwirtschaft der Frauen aus Manablanca

PDF Arbeitsbericht 2. Halbjahr 2011, Corporation Trabajo y Acción

 

Die Menschen in Kolumbien gehörten zu den glücklichsten Menschen der Welt

Olga Ortiz berichtet über Ihr Engagement in Kolumbien
H. Tamaki, O. Ortiz, B. Issel, M. Teunissen, J. Everding, A. Baggemann, Chr. Kuhnen, U. Kintrup-Limbrock, A. Halbuer, I. Gaidis, L. Paßlick

Aber in Bezug auf das Ausmaß von Gewalt im Land steht Kolumbien in der Weltrangliste auf Platz 2!

Olga Ortiz berichtet vom kfd-Partnerschaftsprojekt in Kolumbien

Die Soziologin Olga Ortiz leitet ein Unterstützungsprojekt für Blumenarbeiterinnen und ihre Familien im Armenviertel Manablanca, zu dem der Diözesanverband eine Partnerschaft einging. In einem Gespräch mit den kfd-Frauen berichtet sie vom Fortschritt des Projekt „Schule für arbeitende Mütter“.
An diesem Projekt beteiligen sich zwölf Kindertageseinrichtungen in den Ortschaften Mosquera und Facatativa in der Hochebene von Bogotá. In diesen Gebieten wohnen ärmere Bevölkerungsschichten. Die Mütter der hier betreuten Kinder arbeiten auf Blumenplantagen, in Industriebetrieben, als Hausangestellte oder im informellen Sektor. Fast alle Mütter sind jung und alleinerziehend. Ihre Kontakte und Erfahrungen beschränken sich auf ihre Arbeits- und häusliche Welt.

Frau Ortiz erreicht mit Ihren Bildungsangeboten ca. 450 arbeitende Mütter. Die Frauen zu Selbstbewusstsein zu ermutigen ist das übergeordnete Ziel. Die folgenden Hilfsprojekte helfen Ihnen, ihre Probleme bewältigen und mehr Lebensqualität zu entwickeln:

  • Kindererziehung, pädagogische Hilfen
  • Arbeitssituation und Arbeitsrechte
  • Geschlechtsidentität und Rollenstereotype
  • Ursachen von Gewalt, Gewaltprävention, innerfamiliäre Gewalt
  • Sexualität und Reproduktion

Unter einem ganzheitlichen Ansatz setzen sich die Workshops zum Thema „Gewalt“ auch mit „Vergebung und Versöhnung“ auseinander. Die Betroffenen erhalten hier die Chance, belastende Erfahrungen zu verarbeiten und abzuschließen.

Auch ganz pragmatischen Hilfen kommen in Kolumbien gut an

Als ein Beitrag zur Armutsbekämpfung wird zur Zeit an einem Sparfonds-Konzept gearbeitet. Aus einem gemeinsamen Sparfonds sollen größere Lebensmitteleinkäufe getätigt und damit Preisvorteile genutzt werden. Die Haushaltskassen der betroffenen Familien werden entlastet.
Unter der Leitung von Frau Ortiz entstehen auch Aktivitäten für Kinder, z.B. ein Leseprojekt, bei dem viel Wert auf die eigenen kulturellen Wurzeln gelegt wird: Gelesen werden traditionelle kolumbianische Märchen aus dem Alltag kolumbianischer Kinder statt Bücher der Walt Disney-Welt.

Landwirtschaft für Familien

Die Soziologin bietet für arbeitende Mütter auch Angebote im Bereich der urbanen Landwirtschaft mit folgenden Schwerpunkten:
Anbau von Nahrungsmitteln für den eigenen Verbrauch
Auseinandersetzung mit dem Thema „gesunde Ernährung“
Die „Fundación de la Cruz“ kooperiert mit den örtlichen Pfarrgemeinden, religiösen Gemeinschaften und lokalen Behörden. Sie setzt sich für besonders verwundbare Teile der Bevölkerung ein, für verlassene Kinder, für Vertriebene, für MüllsammlerInnen und für allein erziehende Mütter. Die indische Ordensschwester Molly Kumblunkal aus dem Orden „Schwestern vom Heiligen Kreuz von Chavanod“ leitet die Schule, verfügt jedoch kaum über eigenen Mittel. Das Projekt „Schule für arbeitende Mütter“ wird bis Ende 2013 von Misereor finanziert.