Landfrauen für eine gesunde und ausreichende Ernährung weltweit

- Referenten und Diözesanleitung der KLFB: v. li Gabriele Schleiner (KLFB), Bernd Hante, Präses der Kath .Landvolkbewegung, Anne Halbur (KLFB), Johannes Röring, Welternährungsexperte der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Margret Sundrum, Maria Kleingräber (beide KLFB), Armin Paasch vom Bischöflichen Hilfswerk Misereor (Foto: Teunissen)
Auf ihrer Delegiertenkonferenz im März 2011 diskutieren die Katholischen Landfrauen in der kfd den Zusammenhang zwischen Welthungerproblem und heimischer Landwirtschaft
Münster / Bistum Münster. Wie muss ein christlich fundiertes Leitbild der heimischen Landwirtschaft aussehen, um glaubhaft an der Bekämpfung des weltweiten Hungers mitzuwirken? Weltweit hungern über eine Milliarde Menschen und die natürlichen Ressourcen sind bedroht. Bereits zur Jahrtausendwende hatte sich die Weltwirtschaft vorgenommen, die Zahl der hungernden Menschen bis zum Jahr 2015 zu halbieren, von 840 Millionen auf ca. 400 Millionen. Weit entfernt von diesem Ziel hungern weltweit eine Milliarde Menschen. „Das heißt, jeder 6. Mensch auf dieser Welt hungert“, brachte es Gabriele Schleiner, Mitglied im Diözesanleitungsteam der KLFB bei der Begrüßung der Referenten und Diskussionsteilnehmer auf den Punkt.
Unterschiedlicher konnten die Positionen der Podiumsteilnehmer nicht sein: Johannes Röring, Welternährungsexperte der CDU/CSU-Bundestagsfraktion und Armin Paasch vom Bischöflichen Hilfswerk Misereor in Aachen, sowie Bernd Hante, Präses der Katholischen Landjugend und Landvolk im Bistum Münster, machten sehr unterschiedliche Ursachen für den Hunger in der Welt aus. Johannes Röring, selbst Landwirt, sieht keinen Zusammenhang zwischen der heimischen Landwirtschaft und dem Anstieg des Hungers von Menschen in anderen Weltteilen. Für ihn geht es hauptsächlich darum, die Menge an Nahrungsmitteln zu erhöhen und diese so zu verteilen, dass allen Menschen die Möglichkeit des Nahrungsmittelkaufs bzw. der Selbsterzeugung offen stehen. „Das gelingt uns aber nicht mit den Methoden unserer Großväter“, stellte Johannes Röring klar. Auch wenn hier die Deutschen, die nur ein Prozent der Weltbevölkerung ausmachen, fleischlos leben würden, trage das kaum dazu bei, dass weltweit mehr Menschen satt werden können. Für ihn ist die entscheidende Lösung des Welthungerproblems verknüpft mit der Steigerung der Effizienz der Landwirtschaft. Armin Paasch vom Bischöflichen Hilfswerk Misereor in Aachen widersprach Röring und wies darauf hin, dass allein die Steigerung der Nahrungsmittelproduktion, wie sie in den letzten Jahren zugenommen hat, die Zahl der Hungernden nicht senken kann. Vielen Menschen fehle der Zugang zu lebenswichtigen Ressourcen wie Land, Wasser und Weide. Denn Hunger ist für ihn das Ergebnis ungerechter Verteilung von strategischen Ressourcen
Tank oder Teller? Angesichts der Vernichtung von Lebensmittelüberschüssen und der Getreideverbrennung zur Energiegewinnung fragten sich die Landfrauen welchen ethischen Rahmen die Landwirtschaftspolitik benötigt. Die Welternährungsfrage ist eine Gerechtigkeitsfrage“, bilanziert Maria Kleingräber. Notwendig seien Leitbilder für eine ethisch verantwortbare Landwirtschaft, die für alle Menschen eine ausreichende und gesunde Ernährung produziere.
Marita Teunissen
Referentin für Öffentlichkeitsarbeit
Hintergrund:
Die Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd) ist mit rund 600.000 Mitgliedern die größte Frauenorganisation in der Bundesrepublik. Sie setzt sich für die Interessen von Frauen in Kirche, Politik und Gesellschaft ein. Der kfd Diözesanverband Münster e.V. ist mit rund 140 000 Mitgliedern der größte Diözesanverband im kfd Bundesverband. Die Katholische Landfrauenbewegung (KLFB) ist eine Zielgruppe des kfd Diözesanverbandes Münster e.V.
Weitere Informationen unter www.kfd-muenster.de.
