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Dienstag 02. April 2019

Zucker- die süße Gefahr? Vortrag mit Diskussion

Die KLFB-Kommission für Agrarfragen der kfd im Bistum Münster diskutierte mit der Ernährungsberaterin Janine Daubert und 25 ZuhörerInnen. „Zucker kommt in verlockenden Gestalten und kann zu einer Sucht werden, die krank macht“, so startet die Ökotrophologin und Ernährungsberaterin Janine Daubert ihren aufklärenden Vortrag am 30. März im Haus Füsting in Havixbeck. Statistisch gesehen verzehrt jeder Deutsche mehr als 37 Kilogramm Zucker pro Jahr.

Gaby Schleiner (KLFB-Kommission), Wilhelm Kort (Landtagsabgeordneter Coesfeld), Janine Daubert (Ernährungsberaterin) mit Praktikant, Anne Halbuer (KLFB-Kommission); Foto: Jutta Lutterbey

Gift – Droge – Energiespender – Appetitanreger
Was ist richtig, was ist falsch?

Es hat mehrere Ursachen, dass wir trotz besseren Wissens zu viel Zucker zu uns nehmen, klärte die Ernäh-rungsberaterin Janine Daubert auf. Der Zucker in unserer Nahrung sei zunächst einmal durchaus wichtig – vor allem für unser Gehirn, denn dieses benötige 40 % der aufgenommenen Energie, die auch aus dem Zucker stammt. Auch Muttermilch sei sehr süß.
Die Nachteile eines zu hohen Zuckerkonsums sind uns theoretisch durchaus bewusst: Zucker ist eine der Hauptursachen zahlreicher Erkrankungen, z.B. des Diabetes mellitus Typ 2, an dem immer mehr Kinder und Jugendliche erkranken. Dieser Diabetes-Typ wird u.a. durch hohe Zuckerzusätze in Getränken wie Eistee und Limonade hervorgerufen.

Bewusster Genuss statt „versteckter“ Zucker
Zucker aktiviert das Belohnungssystem im menschlichen Gehirn und damit die gleichen Hirnareale wie Al-kohol und andere Drogen und kann daher „süchtig“ machen. Natürlich ist jedem bewusst, dass in Schoko-lade oder Keksen viel Zucker ist - auch bei der Veranstaltung gab es Kuchen mit Zuckerstreusel. Janine Daubert wies darauf hin, dass wir Zucker bewusst auch mal genießen dürfen. Das Problem sei jedoch der „versteckte Zucker“ in vielen Produkten der Lebensmittelindustrie, in denen Verbraucher Zucker zunächst nicht vermuten, z.B. in Fertiggerichten. Auch in dieser Hinsicht ist sei es sehr viel besser, seine Nahrung selbst zu kochen.

Achtung vor synthetischem Zucker!
Die Ernährungsberaterin berichtete außerdem, dass die Industrie inzwischen sehr viele Zuckerarten einsetzt, deren Namen den Verbrauchern weitestgehend unbekannt sind und sich daher schwer identifizieren lassen. Süßstoffe wurden ursprünglich für die Tiermast entwickelt. Die Tiere bekommen durch den Zucker Appetit und fressen dadurch mehr. Komplett synthetischer Süßstoff habe mit unserem Haushaltszucker nichts mehr zu tun, klärte die Referentin auf.

Thematisierung bei Politikern und Krankenkassen
Anne Halbuer (Sprecherin der KLFB-Kommission für Agrarfragen in der kfd) forderte, dass Politiker hier aufklären und eingreifen müssten.
Die Ernährungsberaterin plädierte zudem dafür, dass die Krankenkassen mehr Geld in die Aufklärung und Ernährungsberatung stecken müssten, um vor den Zuckergefahren zu warnen. 
Wilhelm Kort (Landtagsabgeordneter Wahlkreis Coesfeld; Ausschuss für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz) versprach, dass Thema „Aufklärung über Zucker“ mit in den zuständigen Ausschuß zu nehmen. Er nähme dafür „den Wind von dieser spannenden Veranstaltung mit!“. 

Die KLFB-Kommission im kfd-Diözesanverband Münster e. V.:

  • setzt sich für schöpfungsverantwortliches Handeln ein und bezieht Stellung zu aktuellen Themen in der Landwirtschaft.
  • setzt sich mit den Konzepten einer zeitgemäßen Landpastoral auseinander und fordert deren eigen-ständigen Fortbestand.
  • setzt sich mit kirchenpolitischen Fragen auseinander; besonders wichtig ist ihr dabei die Sicht der Frauen der ländlichen Kirchengemeinden.
  • Veranstaltungsthemen der Kommission sind z.B. gesunde Ernährung, regionales und saisonales Ein-kaufen, Bio-Siegel, Dünger, nachhaltige Landwirtschaft