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Freitag 17. Mai 2019

Überwältigende Resonanz in den Gemeinden und kfd-Gruppen

Resümee einer Woche Frauenstreik in der Katholischen Kirche

Kurz vor Abschluss der Streikwoche blickt Judith Everding, Vorstandsvorsitzende des kfd-Diözesanverbandes Münster, auf die enorme Resonanz der Aktion #Maria2.0 zurück.
Der kfd-Diözesanverband hat im Vorfeld der Streikwoche seine 450 kfd-Gruppen in den Gemeinden im Bistum Münster aufgefordert, die aus der Heilig-Kreuz-Gemeinde in Münster ausgehende Maria2.0-Initiative zu unterstützen. Im Zuge der Aktion #MachtLichtAn hatte die kfd bereits bundesweit die Öffnung der Kirche für Frauen und die Aufklärung der Missbrauchsfälle gefordert und bei der Bischofskonferenz in Lingen 30.000 Unterschriften zur Untermauerung seiner Forderungen übergeben.

Obwohl die Forderung nach einer gleichberechtigten Teilhabe von Frauen in der katholischen Kirche also längst bekannt war, so hat doch keiner mit einer derartig großen Öffentlichkeit für #Maria 2.0 und dem überwältigenden Engagement der Frauen in den Gemeinden gerechnet.
Das mediale Interesse ist enorm, Berichte in allen Zeitungen, Hörfunk- und TV-Sendern und den sozialen Medien greifen die Frauenfrage in der Katholischen Kirche auf und berichten über die vielfältigen und eindrucksvollen Aktionen während des einwöchigen Frauenstreiks.

Die Vorsitzende des kfd-Diözesanverbandes mit insgesamt 95.000 Mitgliedern berichtet über geschlos-sene Büchereien und fehlende Kinderbetreuungsdienste, Gottesdienste, bei denen Frauen die Kirche verlassen, Frauenwortgottesdienste VOR den Kirchentüren, Podiumsdiskussionen, mit weißen Tüchern verhängte Türen, Vorträge, Aushänge mit Maria 2.0-Forderungen an vielen Kirchentüren, die Mahnwache auf dem Domplatz in Münster und viele andere aufmerksamkeitsstarke und kreative Aktionen.

„Die Zahl der Aktionen und der insgesamt mitstreikenden Frauen (und oft auch Männer) lassen sich zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht in Zahlen fassen, gehen aber in die Tausende. Die kfd ist da ein tolles Netzwerk!“, betont Judith Everding. „Alle mitmachenden Frauen sind sich einig: Reden tun wir seit Jahr-zehnten. Jetzt muss sich etwas ändern für uns Frauen in der Kirche! Es ist beeindruckend, wie viele Frau-en sich beteiligt, wie viele sich mutig zeigen - oft auch gegen andersartige Meinungen oder gegen die Haltung der Priester vor Ort. Das ist ein Statement - das lässt sich nicht mehr zurückrudern!“

Reaktionen der Bischöfe
Das Bistum Münster hält sich mit Reaktionen auf den Frauenstreik sehr zurück. Einerseits gibt es State-ments, dass Maria 2.0 lediglich eine Privatinitiative sei. Inzwischen engagiert sich jedoch außer dem kfd-Diözesanverband Münster auch der zweite große Frauenverband Katholische Deutsche Frauenbund (KDFB) und viele Gemeinden in Deutschland, Europa und weltweit (Brasilien, USA, Polen, Südamerika).

Der kfd-Diözesanvorstand Bischof Felix Genn setzt sich im Rahmen seiner Möglichkeiten für die Frauen in der Katholischen Kirche ein und ist als einer der ersten für die Aufklärung der Missbrauchsfälle und die Zusammenarbeit mit weltlichen Gerichten eingetreten. Die ehrenamtlichen Delegierten des kfd-Diözeanverbandes steht seit Jahren mit ihm in regelmäßigem Dialog.  Andere Stimmen aus der Bistums-leitung unterstützten die Frauen in ihren Forderungen nach einer Erneuerung der kirchlichen Strukturen und raten, möglichst „Maximalforderungen“ zu stellen.

Diese wurden zum Teil schon in den 2017 verfassten sog. „Osnabrücker Thesen“ formuliert. Hier heißt es: „Frauen in kirchlichen Ämtern verändern das Fremd- und das Selbstbild jeder Glaubensgemeinschaft tiefgreifend.“ Die sakramentalen Dienste sind – so wie sie jetzt sind – das Ergebnis einer langen ge-schichtlichen Entwicklung, d.h. sie können auch für die Zukunft (und in ökumenischer Perspektive) wei-terentwickelt werden in der Hinsicht, dass alle Dienstformen für Frauen geöffnet werden.

#Maria2.0 spaltet die katholischen Bistümer
„Wir freuen uns sehr über die Unterstützung des Osnabrücker Bischofs Franz-Josef Hermann Bode und den Zuspruch des Essener Generalvikars Klaus Pfeffer. Natürlich gibt es Bischöfe, die negativ reagieren, aber eben auch die, die fortschrittlicher und der Frauenfrage in der Katholischen Kirche aufgeschlossen sind“, so Judith Everding. „Gemeinsam mit den Initiatorinnen von Maria 2.0 aus der Heilig-Kreuz-Gemeinde und vielen Frauen in unseren 450-Ortsgruppen bleiben wir dran, um auch die anderen Bischöfe zu überzeugen. Sie und wir werden erleben, was weiter passiert.“
Fest steht: ‚Gemeinsam mit den Initiatorinnen von Maria 2.0 wird der kfd-Diözesanverband Münster wei-termachen z.B. mit einer Demonstration am 6. Juli 2019 in der Innenstadt von Münster.