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Dienstag 10. März 2020

Tschernobyl/Fukushima: Mahnwache in Ahaus am 19.04.2020 wegen Corona abgesagt

Am 26. April ist der 34. Jahrestag der Tschernobylkatastrophe und am 11. März war der 9. Jahrestag der Katastrophe von Fukushima. Aufgrund der durch das Corona-Virus bedingten Situation sagt die kfd auch diese Mahnwache ab.

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Tschernobyl – Fukushima: kfd sagt wegen der Corona-Pandemie die Mahnwache in Ahaus ab

„Hoffnung – trotz allem“ so sollte die Überschrift der diesjährigen Mahnwache am 19. April zum Jahresgedenken der Atomkatastrophen von Tschernobyl und Fukushima lauten. Sie wird jedes Jahr von den Frauen des kfd-Arbeitskreises „Bewahrung der Schöpfung“ vorbereitet und durchgeführt. 

„Wie bedeutsam diese Überschrift im März/April 2020 werden sollte, ahnten wir bei unserem ersten Vorbereitungstreffen noch nicht“, so die Frauen des Arbeitskreises. „Hoffnung zu haben und allen Widerwärtigkeiten zu trotzen bedeutet für uns auch zu handeln, wenn  Menschen leiden und die Schöpfung bedroht ist.“

Auch wenn zur Zeit viele Menschen von den Folgen und Auswirkungen der Corona-Pandemie stark betroffen sind und ein Großteil unseres Alltags davon bestimmt wird, wollen die Frauen des Arbeitskreises daran erinnern, dass in diesen beiden Gebieten Menschen leben, die noch bis heute von den Nachwirkungen der atomaren Verstrahlung geschädigt sind und darunter leiden. In ihrem ohnehin stark beeinträchtigen Lebensbereich sind sie derzeit zusätzlich vom Coronavirus bedroht.

Die Regierungen der jeweiligen Länder verharmlosen die noch immer vorhandene Strahlung und atomare Verseuchung. In Fukushima werden die Menschen teilweise gezwungen, in die verstrahlten Gebiete vorzeitig zurückzuziehen, somit wird der Bevölkerung Normalität staatlich verordnet. Die radioaktiv verstrahlten Abwässer, von denen man nicht mehr weiß, wo man sie lagern kann, sollen einfach ins Meer abgelassen werden. Tschernobyl versucht man seit einigen Jahren mit Erfolg als touristische Attraktion zu vermarkten. Man bietet Erlebnistouren an zum zerstörten Reaktor und in die Umgebung mit Schutzkleidung und Dosimetern. Das Leid und Elend der Bevölkerung vor Ort findet dabei keine Beachtung und tritt in den Hintergrund.

Im Gedenken an die Menschen, die bis heute unter diesen Katastrophen leiden und durch sie gestorben sind, lädt der kfd-Arbeitskreis ein, in diesen Tagen in Stille eine Kerze zu entzünden und mit dem folgenden Text die Erinnerung wachzuhalten.

 

Mutig sein!  

Trotz all dem,

was täglich geschieht auf diesem Planeten,

nicht gleichgültig werden,

nicht abstumpfen,

nicht verzweifeln,

nicht verbittern,

nicht die Augen verschließen,

nicht die Hände in den Schoß legen,

sich nicht auf die Aussichtslosigkeit berufen,

auf die eigene Schwäche,

nicht zur Tagesordnung übergehen,

sondern Tag für Tag,

jeder und jede auf die eigene Weise,

dem Unrecht die Stirn bieten

und das Leben umarmen.

Textquelle: www.jochenmariss.de                             </aside>