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Dienstag 27. Mai 2014

Pressemitteilung zum Rentenpaket

In einer Pressemitteilung äußerte sich Judith Everding, Vorsitzende des Diözesanleitungsteams, zum am 23. Mai verabschiedeten Rentenpaket ...

Judith Everding (Vorsitzende des kfd-Diözesanverbandes Münster e. V.) und Barbara Issel (Geschäftsführerin) unterstützen das Rentenmodell „Solidarisch und gerecht“

kfd-Diözesanverband Münster: Mütterrente - Ein Schritt in die richtige Richtung

Mit Unterschriftenlisten und einer Postkartenaktion setzten sich im Bistum Münster hunderte von kfd-Gruppen für eine bessere Anerkennung von Erziehungsleistungen in der Rente ein. Mit Erfolg! Heute verabschiedet der Bundestag den Rentenentwurf der großen Koalition.

 

 

 

Gleichbehandlung bei der Anerkennung von Kindererziehungszeiten

"Kindererziehung ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe" erklärt Judith Everding, die Vorsitzende des kfd-Diözesanverbandes Münster. "Der zusätzliche Rentenpunkt für vor 1992 geborene Kinder, die so genannte Mütterrente, ist ein wichtiger Schritt zu mehr Gerechtigkeit und zur Verminderung von Altersarmut von Frauen", so Judith Everding. Zu einer vollständigen Gleichbehandlung von Müttern führe das Rentenpaket der Regierung jedoch nicht, denn nach wie vor erhalten Frauen, die ihre Kinder nach 1992 geboren haben, einen Rentenpunkt mehr.

"Dass die Frauen der kfd-Gruppen sich so massiv für diese Forderungen eingesetzt haben, hat in der Politik Wirkung gezeigt," freut sich Judith Everding und betont, dass die Mütterente aus frauen- und gleichstellungspolitischer Sicht ein eindeutig richtiges Signal sei. Frauen, die vor 1992 Kinder geboren haben, hatten aufgrund fehlender Betreuungsangebote wenig Möglichkeiten, Kindererziehung und Erwerbstätigkeit miteinander zu verbinden. Längere Kindererziehungszeiten (als die heute üblichen) sind deshalb die Ursache dafür, dass Frauen heute eine um durchschnittlich 60 Prozent niedrigere Rente erhalten als Männer und daher eher von Altersarmut betroffen sind oder sein werden.

Auch betroffene Frauen, die heute noch im erwerbsfähigen Alter sind, haben aufgrund familienbedingter Erwerbsunterbrechungen nicht die Möglichkeit, ihre Rentenlücken zu schließen. Dabei gehören sie zu der am besten ausgebildeten Frauengeneration, die es bisher in Deutschland gab.

Aktuelle Studien belegen eindeutig, dass mit der Geburt von Kindern auch bei dieser Frauengeneration ein deutlicher Karriereknick und nicht selten längere Unterbrechungen der Erwerbstätigkeit eintraten. Nicht umsonst beträgt bis heute der Entgeltunterschied bei gleicher und gleichwertiger Arbeit zwischen Männern und Frauen rund 22 Prozent. Ursache hierfür ist, dass Frauen bis heute nach der Familienphase häufig über Minijobs oder Teilzeitstellen in den Beruf zurückkehren und dort - trotz guter Ausbildung - von Niedriglöhnen und schlechter Bezahlung betroffen sind.

Kritik am Koalitionsvertrag

Obwohl die Parteien einen deutlichen Schritt in die richtige Richtung gingen - einen Weg aus der drohenden Altersarmut bieten die Beschlüsse des Koalitionsvertrages beziehungsweise die aktuell beschlossenen Gesetzesvorhaben (noch) nicht. Die kfd wirbt daher nachdrücklich für das Rentenmodell der katholischen Verbände, das eine armutsfeste Sockelrente vorsieht.

Einen weiteren Fokus für ein zukünftiges Engagement legt die kfd auf die Situation pflegender Angehöriger. Die im Koalitionsvertrag zugesagte Verbesserung bei der Anerkennung von Pflegezeiten in der Rente muss aus Sicht des katholischen Frauenverbandes dringend und zeitnah umgesetzt werden.

kfd unterstützt das Rentenmodell der katholischen Verbände

Die kfd setzt sich zusammen mit anderen katholischen Verbänden für eine Rentenreform ein, die das solidarische, leistungsbezogene System stärkt, Erziehungs- und Pflegezeiten besser anerkennt und Altersarmut verhindert.

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