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Donnerstag 27. Februar 2014

Pressemitteilung: Klares NEIN zum Genmais

Die Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd), Diözesanverband Münster gegen Zulassung der gentechnisch veränderten Maissorte 1507

Der kfd Diözesanverband kritisiert scharf die Enthaltung Deutschlands bei der Abstimmung des EU-Agrarministerrates über die Zulassung der gentechnisch veränderten Maissorte 1507.

 

„Über 80 Prozent der Deutschen spricht sich gegen die Zulassung des sog. „Genmais’“ aus. Eine Bundesregierung, die sich bei der Abstimmung enthält, tritt den Willen dieser Bürger mit Füßen“, so Anne Halbuer, Mitglied im kfd Diözesanleitungsteam.

Aller Voraussicht nach wird sich die EU-Kommission nun FÜR die Zulassung der gentechnisch veränderten Maissorte 1507 entscheiden.

 

Nicht einschätzbare gesundheitliche Risiken
Durch die gentechnische Züchtung im Labor werden dem Mais Erbsubstanzen des Bazillus thuringiensis (Bt) eingebaut, der den Schädlingsbefall verhindern und Ernteverluste minimieren soll. In der Natur wäre eine solche Züchtung über Artengrenzen hinweg nicht möglich. Außerdem ist der Genmais resistent gegen ein Unkrautvernichtungsmittel. Die Praxis zeigt, dass aufgrund von Resistenzbildungen der Verbrauch an Unkrautvernichtungsmittel steigt. Die gesundheitlichen Risiken für Mensch und Tier sind nicht ausreichend erforscht.

Eingriff in die Schöpfung
Anne Halbuer fordert gerade die christlichen Parteien auf, klare Position zu beziehen: „Ich als Christin sehe hier eine Missachtung der Schöpfung. Die gentechnisch veränderten Pflanzen sind patentiert. Ich kann es nicht gutheißen, wenn Konzerne die Schöpfung, das Leben, für sich beanspruchen.. Dieser Entwicklung sollten vor allem die christlichen Parteien entschieden entgegentreten!“

Gefahr für die Existenz der Landwirte

Halbuer kritisiert ebenfalls, dass beim Anbau von gentechnisch veränderten Pflanzen konventionell und ökologisch bewirtschaftete Flächen verunreinigt werden können:
“Dies kann ökologisch und konventionell wirtschaftende Landwirte die Existenz kosten, denn eine mit gentechnisch veränderten Pflanzen verunreinigte Ernte eines Biobetriebes entspricht nicht den Biolandrichtlinien. Schon heute tragen die Landwirte allein die Kosten, wenn sie nachweisen wollen, dass ihre Produkte frei von grüner Gentechnik sind“, so Halbuer.

 

Ist das Demokratie?

Im Vorfeld bekräftigten die Regierungsparteien, den Bürgerwillen bezüglich gentechnisch veränderter Lebewesen und die Vorbehalte gegenüber der gesundheitlichen Risiken zu respektieren. Trotzdem haben sie in Brüssel eine Entscheidung gegen die Mehrheit der Bevölkerung gefällt!

Der Diözesanverband der kfd sieht hiermit die Glaubwürdigkeit von Politik und demokratischen Gremien in Frage gestellt.

Anne Halbuer

  • Mitglied im kfd-Diözesanleitungsteam und Sprecherin der Katholischen Landfrauenbewegung im Bistum Münster (KLFB), die sich seit 1995 mit Gentechnik beschäftigt und ein Positionspapier zur grünen Gentechnik herausgegeben hat.