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Donnerstag 28. Mai 2020

Jetzt Petition unterschreiben! kfd-Diözesanverband Münster bittet Bischof Felix Genn: Ermöglichen Sie die Laienpredigt!

Im Nachgang zum bundesweiten Predigerinnentag am 17. Mai 2020 fordert die kfd im Bistum Münster ihren Bischof Felix Genn in einem offenen Brief auf, eine neue Ordnung für den Predigtdienst von Laien zu erlassen. Die Laienpredigt ist bisher als Statio zu Beginn einer Eucharistiefeier, jedoch nicht als Predigt nach dem Evangelium erlaubt . Eine Änderung würde die in Gemeinden zum Teil gelebte Praxis aus der Grauzone befreien und auch Frauen ermöglichen, in der zentralen Feier des Glaubens in der Verkündigung zu Wort zu kommen.

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Offener Brief an Bischof Felix Genn vom 27.05.2020

Sehr geehrter Herr Bischof,

am 17. Mai, dem Gedenktag der Apostelin Junia, haben im Rahmen eines vom kfd- Bundesverband organisierten Predigerinnentages 12 Geistliche Leiterinnen der kfd an 12 Orten bundesweit eine Predigt gehalten (s. auch Artikel in K+L ). Sie machen dadurch auf den Ausschluss von Laien und damit automatisch von Frauen von der Predigt in der Eucharistiefeier aufmerksam.

Als größter Frauenverband in Deutschland, der die Interessen der Frauen in der Kirche vertritt, schließen wir uns der Forderung vieler Frauen an:

Wir bitten Sie, in unserem Bistum eine neue Ordnung für den Predigtdienst von Laien und damit auch von Frauen zu erlassen und die Laienpredigt in der Eucharistiefeier zuzulassen. Dies ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu mehr Geschlechtergerechtigkeit in der Kirche, den Sie möglich machen können.

Die bisherige Regelung aus dem Jahr 1988, die Laien ein Glaubenszeugnis, aber keine Verkündigung innerhalb der Eucharistiefeier ermöglicht, führt zu immer mehr Unverständnis bei Gemeindemitgliedern.

Dieses „Glaubenszeugnis“, das zu Beginn der Eucharistiefeier als sogenannte Statio zu halten ist, fügt sich in keiner Weise in den Aufbau und die Struktur der Liturgie ein. Zudem ermöglicht es keine Auslegung der Schrifttexte aus dem Gottesdienst und ist offiziell nur in Ausnahmesituationen zugelassen.

Wenn Menschen, Männer wie Frauen, mit unterschiedlichen Lebenserfahrungen predigen, dann ist dies eine Bereicherung für unseren Glauben. Die Eucharistiefeier ist die zentrale Feier unseres Glaubens, gerade in ihr sollte diese Vielfalt des Lebens aus dem Evangelium und der Heiligen Schrift zum Tragen kommen.

Dadurch, dass Laien vom Predigen ausgeschlossen sind, wird das Glaubenszeugnis der Kirche verkürzt und das Zeugnis von Frauen und die Bedeutung des Evangeliums in weiblichen Lebenszusammenhängen in der Eucharistie ausgeblendet.

In vielen Gemeinden ist es inzwischen lang geübte und von den Gemeinden größtenteils geschätzte Praxis, dass auch Laien in der Eucharistiefeier predigen. Es ist Zeit, diese Praxis aus der „Grauzone“ des Unerlaubten zu holen.

Bitte überdenken Sie die bisherige Praxis und lassen Sie die Laienpredigt in der Eucharistiefeier zu!

Mit pfingstlichen Grüßen für den kfd – Diözesanverband Münster!

Beatrix Bottermann, Mitglied im Vorstand der kfd DV Münster,
Ute Albrecht, Geistliche Leiterin kfd DV Münster