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Montag 15. Juni 2020

Frauen mit Kindern in der Krise

Der größte Frauenverband hört aktuell von vielen Frauen, wie schwierig ihre Situation durch die Corona-Krise geworden ist. Besonders Familien mit Kindern fühlen sich im Spagat von Beruf und Kinderbetreuung nicht ausreichend unterstützt. Als Sprachrohr der Frauen fordert die Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands im Bistum Münster bei den aktuell beschlossenen Hilfen eine dringende Nachbesserung!

Mütter im Home Office

Das Problem ist bekannt: Aktuell sind Kindertagesstätten nur eingeschränkt geöffnet und Schulkinder nur an wenigen Tagen in der Schule. Für viele Familien ist die Situation in Zeiten von Corona daher weiter angespannt. Ruhiges und konzentriertes Arbeiten im Home-Office ist für sie schwierig, Arbeiten im Büro in nicht-systemrelevanten Berufen wegen der mangelnden Kinderbetreuung ebenfalls. Während in vielen Lebensbereichen zunehmend wieder Normalität einzieht, ist die Situation für Familien weiterhin enorm belastend! Eltern brauchen Unterstützung und mit Blick auf den Herbst verlässliche Antworten im Hinblick auf Kinderbetreuung und Schule.

Aktuelle Hilfen: Laut Beschluss der Bundesregierung vom 3. Juni 2020 wurden familienfreundliche Regelungen bei der Elterngeldberechnung gefunden, ein Notfall-Kinderzuschlag für Geringverdiener bewilligt, die Frist für Lohnersatz von sechs auf bis zu zehn Wochen verlängert und ein Kinderbonus von einmalig 300 Euro pro Kind verabschiedet.

Die kfd begrüßt diese wertvollen Familienhilfen ausdrücklich. Trotzdem gibt es Nachbesserungsbedarf im Detail: Der Lohnersatz wird bei fehlenden Arbeitstagen NICHT an ArbeitnehmerInnen gezahlt, die/der im Home-Office arbeiten. Hier wird davon ausgegangen, dass es für sie „zumutbar“ ist, auf ihren Nach-wuchs unter 12 Jahren aufzupassen und gleichzeitig zu arbeiten. Eltern im Home-Office haben daher keinen Anspruch auf Lohnfortzahlung. Die meisten Bundesländer gehen bisher davon aus, dass sie zuhause so weiterarbeiten können wie sonst im Büro/Betrieb. „Jeder, der diesen Spagat einmal einen Tag versucht hat, weiß, wie schwierig es ist, sein Arbeitspensum zu leisten und dabei Kinder zu beaufsichtigen, sie oft parallel noch zu beschulen“, so Judith Everding, Vorstandsvorsitzende der kfd im Bistum Münster. „Eltern, die dies nicht schaffen können, brauchen die Lohnfortzahlung dann genauso wie die ArbeitnehmerInnen, die nicht im Betrieb arbeiten können, weil ihre Kinder nicht betreut sind.“

Die kfd im Bistum Münster berichtet beispielhaft über die Situation in zwei Familien.
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