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Dienstag 02. April 2013

22.03.2013 - Migration und Flucht im europäischen Vergleich: Schockierende Zustände und Zahlen

Zehntausende sterben bei dem Versuch nach Europa zu gelangen

kfd-Diözesanverband Münster und Franz Hitze Haus informieren über europäische Flüchtlingspolitik. Heinz Meyer (FHH), Karl Kopp (Europareferent von „pro asyl“, Marianne Artmeyer (kfd Senden), Barbara Issel (Geschäftsführerin kfd-Diözesanverband Münster e. V.) (von links). (Foto: Franz-Thomas Sonka)

Münster, 22.03.2013. „Trotz aller Bemühungen um gemeinsame Richtlinien in der Flüchtlingspolitik, stellt sich die Situation für Flüchtlinge in den verschiedenen Ländern mehr als unterschiedlich dar“, erläuterte Karl Kopp, Europareferent von „pro asyl“ aus Frankfurt. Auf Einladung des Diözesanverbandes der Katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd) und der Katholischen Akademie Franz Hitze Haus benannte er in seinem Vortrag am 20.03.2013 als zentrales Problem, dass jeweils das Ersteinreiseland zuständig für den Flüchtling sei.

Die Länder an Europas Außengrenzen haben bisher eine völlig unzureichende Infrastruktur für die Aufnahme von Flüchtlingen. Im von der Wirtschaftskrise gebeutelten Griechenland stehen für 30.000 Flüchtlinge gerade 1.000 Aufnahmeplätze bereit. Auch Zypern, Malta und Italien verfügen nicht über ausreichend Unterbringungskapazitäten. Als Folge leben Flüchtlinge ohne Versorgung obdachlos auf der Straße oder landen in überfüllten Gefängnissen, darunter auch Kinder und Jugendliche.

Flüchtlingspolitik wird in Europa vor allem als Abschottungspolitik gesehen: 30 mal mehr Geld fließe in die Sicherung der Außengrenzen durch militärische Abwehr als für die Versorgung der Flüchtlinge aufgewandt würde, so Kopp. „Europa muss hier mehr Gesamtverantwortung übernehmen und kann dies nicht nur den Einreiseländern überlassen“, appellierte Marianne Artmeyer, Teamsprecherin der kfd in Senden. Schockierend sei auch die hohe Zahl derer, die beim Versuch nach Europa zu gelangen, ihr Leben verlören, so Artmeyer. In der Diskussion stieß Kopps Ansatz, die Perspektive der Betroffenen einzunehmen, den Menschen und sein Schicksal zum Ausgangspunkt zu machen, auf breite Zustimmung. Grundsätzlich begrüßt „pro asyl“ europäische Regelungen und Standards, bemängelt jedoch deren zögerliche Umsetzung.

Bereits im Herbst diesen Jahres wird die kfd zusammen mit dem Franz Hitze Haus weitere Veranstaltungen zum Thema Migration durchführen.