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Freitag 19. Februar 2021

21.02.2021: kfd Münster und Maria 2.0 –Aktion! Neuer Thesenanschlag nach 500 Jahren

Viele Unterstützerinnen der Bewegung Maria 2.0 und thematisch angeschlossene kfd-Gruppen veröffentlichen „Sieben Thesen Maria 2.0 – an alle Menschen, die guten Willens sind“ an den Türen ihrer Ortskirchen - z.B. in Tecklenburg, Münster-Amelsbüren, Ibbenbüren, Sassenberg und dem Münsteraner St. Paulus Dom.

Am Wochenende vor der virtuellen Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz (23.–25.02.2021) wenden sich die Reformbewegung und der katholische Frauenverband im Bistum Münster mit ihren Forderungen nach Veränderungen in der Kirche erneut an die Öffentlichkeit.

Mit dem Thesenanschlag an Dom- und Kirchentüren untermauern die Reformbewegung Maria 2.0 bundesweit und der kfd-Diözesanverband im Bistum Münster ihre Forderungen nach Reformen hin zu einer zukunftsfähigen Kirche und weisen auf die Missstände in der katholischen Kirche hin.
Ziel ihres Engagements ist eine geschlechtergerechte Kirche mit dem Zugang für alle Menschen zu allen Ämtern, sowie die Aufklärung, Verfolgung und Bekämpfung der Ursachen von sexualisierter Gewalt. Darüber hinaus wird eine wertschätzende Haltung gegenüber selbstbestimmter, achtsamer Sexualität eingefordert sowie die Aufhebung des Pflichtzölibats.
Dass Luther seine Thesen an die Tür der Schlosskirche zu Wittenberg genagelt haben soll, ist wohl eher eine Legende, aber seine Thesen haben etwas Großes in Bewegung gesetzt. Das wollen auch die Mitstreiter*innen von Maria 2.0. Aus ihrer Sicht ist es notwendig, dass die Deutsche Bischofskonferenz endlich beginnt, sich ernsthaft mit den in der katholischen Kirche notwendigen Reformen auseinanderzusetzen, und den Willen zu Veränderungen durch Taten bezeugt.

Die Bewegung Maria 2.0 tritt für Reformen in der katholischen Kirche ein. Sie ist eine bundesweit vernetzte Graswurzelbewegung. Zahlreiche Maria 2.0-Gruppen, auch inner-halb des kfd-Diözesanverbandes Münster, machen seit dem Kirchenstreik im Mai 2019 immer wieder mit unterschiedlichen Aktionen in Kirchengemeinden und im Bistum auf ihre Forderungen aufmerksam. www.mariazweipunktnull.de

Der kfd-Diözesanverband Münster e. V. ist mit rund 92.000 Mitgliedern in rund 450 pfarrlichen Gruppen der größte Verband im Bistum Münster. Er verhält sich nicht neutral zu den drängenden Problemen unserer Zeit, sondern vertritt eigene (kirchen-) politische Standpunkte. Als größter katholischer Frauenverband in Kirche und Gesellschaft meldet er sich regelmäßig zu Wort. www.kfd-muenster.de

 

7 Thesen - an alle Menschen, die guten Willens sind

  1. In unserer Kirche haben alle Menschen Zugang zu allen Ämtern.
    Denn Menschenrechte und Grundgesetz garantieren allen Menschen gleiche Rechte – nur die Katholische Kirche ignoriert das. Mannsein begründet heute Sonderrechte in der Kirche.
    #gerecht: gleiche Würde – gleiche Rechte
  2. In unserer Kirche haben alle teil am Sendungsauftrag; Macht wird geteilt.
    Denn der Klerikalismus ist heute eines der Grundprobleme der katholischen Kirche und fördert den Machtmissbrauch mit all seinen menschenunwürdigen Facetten.
    #partizipativ: gemeinsame Verantwortung
  3. In unserer Kirche werden Taten sexualisierter Gewalt umfassend aufgeklärt und Verantwortliche zur Rechenschaft gezogen. Ursachen werden konsequent bekämpft.
    Denn viel zu lange schon ist die katholische Kirche ein Tatort sexueller Gewalt. Kirchliche Machthaber halten immer noch Informationen zu diesen Gewaltverbrechen unter Verschluss und stehlen sich aus der Verantwortung.
    #glaubwürdig: respektvoller Umgang und Transparenz
  4. Unsere Kirche zeigt eine wertschätzende Haltung und Anerkennung gegenüber selbstbestimmter achtsamer Sexualität und Partnerschaft. Denn die offiziell gelehrte Sexualmoral ist lebensfremd und diskriminierend. Sie orientiert sich nicht am christlichen Menschenbild und wird von der Mehrheit der Gläubigen nicht mehr ernst genommen.
    #bunt: leben in gelingenden Beziehungen
  5. In unserer Kirche ist die zölibatäre Lebensform keine Voraussetzung für die Ausübung eines Weiheamtes. Denn die Zölibatsverpflichtung hindert Menschen daran, ihrer Berufung zu folgen. Wer diese Pflicht nicht einhalten kann, lebt oft hinter Scheinfassaden und wird in existentielle Krisen gestürzt.
    #lebensnah: ohne Pflichtzölibat
  6. Unsere Kirche wirtschaftet nach christlichen Prinzipien. Sie ist Verwalterin des ihr anvertrauten Vermögens; es gehört ihr nicht.
    Denn Prunk, dubiose Finanztransaktionen und persönliche Bereicherung kirchlicher Entscheidungsträger haben das Vertrauen in die Kirche tiefgreifend erschüttert und schwinden lassen.
    #verantwortungsvoll: nachhaltiges Wirtschaften
  7. Unser Auftrag ist die Botschaft Jesu Christi. Wir handeln danach und stellen uns dem gesellschaftlichen Diskurs.
    Denn die Kirchenleitung hat ihre Glaubwürdigkeit verspielt. Sie schafft es nicht, sich überzeugend Gehör zu verschaffen und sich im Sinne des Evangeliums für eine gerechte Welt einzusetzen.
    #relevant: für Menschen, Gesellschaft und Umwelt.

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