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Freitag 19. Juni 2020

19.06.2020: Regelchaos auf Kosten der Familien?

kfd-Diözesanverband Münster fordert von Lokalpolitiker*innen differenziertes Handeln und lebensnahe Konzepte

Hunderte Beschäftigte der Fleischfabrik Tönnies in Rheda-Wiedenbrück sind an Corona erkrankt. Obwohl die in den Leitlinien der Bundesregierung beschlossene Marke von Neuinfektionen deutlich überschritten ist, gibt es keinen allgemeinen Shutdown für die betroffene Region. Stattdessen wird als erste große Schutzmaßnahme die Schließung aller Schulen und Kindergärten beschlossen. „Mit dieser Entscheidung tragen erneut Familien die Hauptlast der Krise“, kritisiert Judith Everding, Vorsitzende des kfd-Diözesanverbandes Münster e. V..

Als Sprachrohr der Frauen fordert die Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands im Bistum Münster die Lokalpolitiker*innen auf, differenzierter zu handeln und schnellstmöglichst Konzepte für Vorgehen in diesem und zukünftigen Krisenfällen zu entwickeln, so dass nicht wieder Familien die Leidtragenden sind!

„Es kann nicht sein, dass Schulen und Kitas geschlossen werden und Familien die Folgen des Ausbruches allein tragen, während parallel Begegnungen beim Sport, in Restaurants und bei Veranstaltungen weiter erlaubt bleiben.“, so die Vorsitzende des größten Frauenverbandes im Bistum Münster. „Die Bedürfnisse der Kinder und ihrer Eltern scheinen in dieser Zeit keine Rolle zu spielen. Die Folgen für die einzelnen Familien sind groß. Familie braucht in der Krise einen deutlich höheren Stellenwert!“

Der kfd-Diözesanverband Münster fordert deshalb die Lokalpolitiker*innen auf, ihr Vorgehen zu überdenken. Die Schulen haben in den vergangenen Wochen Schutzmaßnahmen im Schulalltag geprobt. Es hat sich gezeigt, dass Kinder die Regeln vorbildlich übernommen haben und es keine größeren Ausbrüche in Schulen oder Kitas gab. Die Gefahren liegen, so zeigen es die letzten Wochen, vielmehr in einzelnen Industriezweigen, in der Gastronomie oder größeren Feierlichkeiten.
Seit dem Ausbruch der Krise stehen die Bedürfnisse der Familien an hinterster Stelle. Dass jetzt die Bildung und die Kinder erneut zurückstecken müssen, findet der kfd-Frauenverband mit 95.000 Mitgliedern empörend.
Da zu erwarten ist, dass ähnliche Ausbrüche in den nächsten Monaten immer wieder vorkommen können, bittet die kfd die Lokalpolitiker*innen dringend, nach Möglichkeiten zu suchen, wie der Schulalltag, trotz Corona, angepasst aufrecht erhalten werden kann.