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Montag 08. Juli 2019

1500 Menschen fordern eine Erneuerung der Kirche: „Viva Maria“-Demonstration von kfd Münster und Maria 2.0 am 06.07.2019 in Münster

„Wir sind Kirche, wir sind hier, gleichberechtigt. Amen!“ Mit diesem Ruf demonstrierten 1500 Menschen am Samstagmittag in Münster. Viele sind der Meinung, dass der Umgang mit Frauen über die Zukunft der Katholischen Kirche entscheiden wird. Dafür ziehen sie durch die Innenstadt bis vor den Sitz von Bischof Felix Genn. Sie wollen in ihrer Kirche „Mit-Bestimmen! Mit- Entscheiden! Mit-Gestalten!“ und fordern lautstark den Zugang von Frauen zu allen kirchlichen Ämtern.

Die zum Großteil weiblichen DemonstranInnen waren mit Bussen aus dem Bistum Münster angereist, zum Teil auch aus der weiteren Umgebung z.B. den Bistümern Hildesheim, Hamburg, Paderborn, Mainz und Osnabrück.

Frauen muss wie Männern das priesterliche Amt offenstehen

 Die von der kfd im Bistum Münster und der Initiative Maria 2.0 organisierte Kundgebung startete vor der Lamberti-Kirche. Hier betonte Dr. Andrea Qualbrink (Referentin für Strategie und Entwicklung im Bistum Essen), dass es auch bei kirchlichen Weiheämtern darum gehen müsse, wer dafür begabt und berufen sei – egal ob Mann oder Frau, verheiratet oder unverheiratet.
Propst Jürgen Quante aus Recklinghausen fragte, was eigentlich so furchtbar daran sei, dass geweihte Frauen als Priesterinnen Leitungsaufgaben in den Gemeinden wahrnehmen. Er stellte fest: „Priester haben Macht. Und wollen sie nicht hergeben.“
Monika Eyll-Naton, Pastoralreferentin am Niederrhein, konstatierte: „Es geht mir gar nicht nur um uns Frauen. Es geht mir um den kirchlichen Umgang und die kirchliche Sichtweise auf so viele, die sich als ausgegrenzt erleben: z.B. die Wiederverheirateten und die Menschen in konfessionsverbindenden Partnerschaften, die Homosexuellen und Transgender.“

Generalvikar Dr. Jochen Reidegeld stellt sich den Demonstrantinnen

Bei der Zwischenkundgebung vor dem Bischofssitz am Domplatz äußerte der stellvertretende Generalvikar Jochen Reidegeld in Vertretung für Bischof Felix Genn, und mahnte zur Geduld: Man müsse sich jetzt an viele Tische setzen, um gemeinsam einen Weg für die Katholische Kirche zu finden. Mit lauten Rufen forderten die DemonstrantInnen daraufhin: „Handeln! Handeln!“ Reidegeld äußerte persönliche Bewunderung für die Haltung der kfd und Maria 2.0 und alle, die noch demonstrieren und damit ihrer Loyalität zum Glauben Ausdruck verleihen: „Es wäre viel einfacher zu gehen als zu bleiben und viele haben diesen Schritt ja schon getan“, weil sie die Hoffnung auf Veränderungen in der Kirche aufgegeben hätten.

Eine Kardinälin würde mehr bringen als 1000 Antigewaltseminare

Die DemonstrantInnen reagierten prompt mit Buhrufen, als Reidegeld von der Verantwortung gegenüber der „Weltkirche“ sprach. Lisa Kötter, Initiatorin von Maria 2.0, entgegnete spontan: „Immer wird von der Weltkirche geredet. Das ist wie ein Fels, gegen den wir laufen. Wenn der Vatikan jahrzehntelang weiß, dass z.B. in Kamerun Nonnen und Äbtissinnen von Priestern an die Prostitution verkauft werden und der Vatikan das weiß und jahrzehntelang duldet, dann sage ich dazu: Eine Kardinälin würde mehr bringen als 1000 Anti-Gewalt-Seminare.“ Die Initiatorin von Maria 2.0 malte ein Zukunftsbild, das über den Domplatz erschallte: „Wenn eine solche politische Organisation wie die Katholische Kirche sich einsetzen würde für die Würde der Frauen und gegen das Ächzen der Frauen weltweit unter Männergesetzen – das würde so ein Zeichen setzen, dass es die Welt aus den Angeln heben würde!“

Im Anschluss zog der Protestzug zu einer Abschlusskundgebung zur Bühne auf dem Prinzipalmarkt, wo Adelheid Kellinghaus und Sigrid Kammann (Maria 2.0) eindrucksvolle und mot-vierende Worte für die Protestierenden fanden: „Der Moment ist da, uns zu erheben! Wir fordern die Botschaft Jesu ein. Wir sind für eine Kirche, die wir glaubwürdig vertreten können.“

Diskriminierung in einem hoffnungslos machtverkrusteten System – wir sind es leid!

Wie dringend und notwendig eine Strukturveränderung innerhalb der Katholischen Kirche ist, betonte auch Dr. Beatrix Bottermann, Vorstand des kfd-Diözesanverbandes Münster: „Selbstverständlich müssen endlich die Katholischen Frauen mit ihren vielfältigen Glaubens- und Lebenserfahrungen gehört werden. Wir müssen Männermachstrukturen und Männerbünde aufbrechen!“

Hunderte Menschen auf dem Prinzipalmarkt antworteten: „Die Geduld der Katholischen Frauen ist zu Ende!“ Sie wollen „Mit-Bestimmen! Mit- Entscheiden! Mit-Gestalten!“ und sie werden weiter dafür kämpfen.
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