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Spirituelle Begegnungen UNTER FREIEM HIMMEL

Anne Bugzel (l.) und Gundi Göbel freuen sich über die Resonanz im Schlosspark Herten. (Foto: Halstenbach)

Ein wirklich herrlicher Ort«, sagt Gundi Göbel im Schlosspark Herten. »Hört ihr die Vögel zwitschern? Spürt ihr den Waldboden unter euren Füßen?« Sie fordert ihre Zuhörerinnen auf, sich gerade hinstellen, tief durch die Nase ein- und durch den Mund auszuatmen.
Eine Klangschale fördert die Konzentration. Manche Frau schließt die Augen, um die Kraft der Bäume in sich aufzunehmen.

Rund 150 Frauen aus dem Kreisdekanat Recklinghausen genossen an diesem späten Nachmittag in vollen Zügen »Bibel an einem anderen Ort«: die ungewöhnliche, spirituelle Begegnung mit Gott unter freiem Himmel.

Ein Jahr hatten die Vorbereitungen in Anspruch genommen, sagt Anne Bugzel vom
Kreisdekanat. »Wir führen ›Bibel an einem anderen Ort‹ seit 2004 durch – immer im Wechsel in Herten, Recklinghausen, Datteln, Dorsten, Haltern und Marl.« Zuletzt waren die Hertenerinnen 2005 Gastgeberinnen und hatten die Halde Hoheward als Ort der Begegnung gewählt. Diesmal entschieden sie sich für den idyllischen Schlosspark mit seinen gepflegten Wegen, dem herrlichen Baum- und Pflanzenbestand, dem sehenswerten Schloss, der historischen Orangerie, dem schmucken Tabakhäuschen und dem Theaterplatz.In vier Gruppen wanderten die Frauen durch den Park. Sie verweilten an ausgesuchten Standorten, sprachen Gebete, sangen Lieder. Monika Liefland-Tarrach hatte ihre Gitarre nicht umsonst mitgebracht, die Frauen stimmten begeistert mit ein. Und einige Spaziergänger des Schlossparks, besonders junge Leute, blieben stehen und machten spontan mit.

Irische Segensgebete wurden gesprochen, unter Bäumen meditiert. In einem Gebet hieß es: »Du warst am Anfang, als meine Wege begannen. Sei auch da am Ende meines Weges. Du warst bei mir, als meine Seele sich formte, sei, Vater, auch für meinen Lebensweg das Ziel. Sei einfach da.«

Rund eine Stunde lang wurden die Gruppen geführt, die Frauen sprachen Gebete, versenkten sich in die eigens für das Ereignis konzipierte Broschüre mit Texten, Liedern
und Lageplan. Anne Bugzel lobte ausdrücklich die Stadt Herten und das Team des Zentralen Betriebshofs für deren Unterstützung.

An den Versammlungsorten standen Bänke für die Frauen bereit, die sich zwischendurch ausruhen wollten oder mussten. Nach der zentralen Begrüßung durch Anne Bugzel war die Orangerie Start und Ziel zugleich. Kein reines Frauentreffen: Während die Damen den Park durchstreiften, kümmerten sich zwei Männer um die Stärkungen (Käse und Brot) und Erfrischungen (Wasser und Wein).

Was macht »Bibel an einem anderen Ort« so erfolgreich? Gundi Göbel ist sich sicher: »Es ist einfach immer schön, dass man die anderen Frauen wiedertrifft. « Und Anne Bugzel erklärt: »Es nehmen von Jahr zu Jahr mehr Frauen daran teil. Es ist wichtig, Kirche an anderen Orten zu erfahren, weil es ein Erlebnis ist und die Frauen anspricht.«

Sie selbst habe das Treffen im vergangenen Jahr in Haltern sehr genossen, und auch das Treffen in Datteln am Schiffshebewerk sei spannend gewesen.

Anne Bugzel gestand zum Abschluss der gelungenen Aktion: »Als im Vorfeld die 150. Anmeldung bei uns einging, hatte ich Angst, dass unsere Broschüren mit den Liedern, Gebeten und dem Lageplan nicht mehr ausreichen.« Aber alles ging gut. Die 30 Exemplare, die sie schnell hatte nachdrucken lassen, fanden dankbare Hände.

Kerstin Halstenbach (Quelle: http://www.kirche-und-leben.de)